KHZG: Investition in Spracherkennung – Ihr Nutzen ist sofort erkennbar

Gegeben, dass das KHZG unterschiedliche Digitalisierungsmaßnahmen fördert, warum sollte ein Krankenhaus gerade in sprachbasierte Dokumentation bzw. Spracherkennung investieren?

Digitalisierung beginnt bei der Erfassung von Informationen. Letzteres sollte möglichst einfach und effizient erfolgen. Die Pflege- und Behandlungsdokumentation per Spracheingabe ist nicht nur intuitiver als Schreiben, sondern auch bis zu viermal schneller. Deshalb spezifiziert der Gesetzgeber die sprachbasierte Dokumentation von Pflege- und Behandlungsleistungen als Unterpunkt des Fördertatbestands 3 des KHZGs, der digitalen Pflege- und Behandlungsdokumentation. Mittels der Spracherkennung kann ein Behandler direkt in die elektronische Fallakte diktieren, wobei der Text automatisch in einen definierten Workflow eingebunden wird. Der Nutzen der Spracherkennung ist sofort erkennbar und entlastet insbesondere diejenigen Mitarbeiter, die viel Zeit mit Dokumentieren von Freitexten verbringen.

Darüber hinaus gibt es noch andere Aspekte, die für eine Investition in Spracherkennung sprechen. Denn das Arbeiten mit Spracherkennung gilt als ein wichtiger Faktor, als attraktiver, moderner Arbeitgeber wahrgenommen zu werden und hilft daher bei der Mitarbeiterzufriedenheit und Rekrutierung im Krankenhaus.

Wie kann ein Krankenhaus am besten Förderprojekte in die eigene Digitalisierungsstrategie integrieren?

Die Entscheidung für eine Spracherkennungslösung muss immer in die vorhandene IT-Strategie eines Hauses eingebettet sein und sich nach dem Nutzenmaximierungskalkül einer Organisation ausrichten. Die Entscheider im Krankenhaus sollten dabei über den Bestand digitaler Lösungen im eigenen Haus vollumfänglich informiert sein. Gibt es beispielsweise ein Krankenhausinformations- oder Pflegedokumentationssystem, kann dieses mittels Spracherkennung einfacher genutzt werden. Bei der Beantragung von KHZG finanzierten Digitalisierungsprojekten ist es auch empfehlenswert, wenn die Krankenhausleitung berücksichtigt, welche Implikationen ein neues Projekt für die eigene IT-Abteilung hat, da diese ja parallel dazu noch andere Projekte betreut.

Fördert das KHZG sowohl on-premise- als auch als Spracherkennungslösungen aus der Public Cloud?

Bei der Förderung von Spracherkennungsprojekten geht das KHZG neue Wege. Denn neben einer traditionellen on-premise Lösung werden auch Cloud-Subsrikptionsmodelle gefördert. Entscheidet man sich beispielsweise für Dragon Medical One aus der Cloud, nimmt dies viel von dem nicht sichtbaren Eisberg an Aufgaben und versteckten Kosten einer on-premise Lösung weg. Es muss dann lediglich die Nutzerzahl spezifiziert und festlegt werden, wo Nuance und/oder seine Partner im Projekt unterstützen sollen, z.B. Mitarbeiterschulung, und kann dann in die Projektumsetzung gehen. Sofern ein Krankenhaus eine on-premise-Lösung bevorzugt, sollte es zuvor nicht nur abklären, wie viele Projekte die eigene IT-Abteilung steuern kann, sondern auch welche Aufwände noch durch die Anschaffung zusätzlicher Rechenzentrumskapazitäten, den Betrieb und Roll-out sowie die sich daraus entstehenden Folgekosten ergeben würden. Die beantragten Fördermittel zu optimieren, spricht stark für on-premise Lösungen. Jedoch sollten die gesamten Kosten über einen Zeitraum von 5-7 Jahren betrachtet werden. Wie wahrscheinlich ist es, dass mein Krankenhaus einzelne IT-Services nicht länger im eignen Haus betreibt und diese auf ein Cloud-Subskriptionsmodell (SaaS) umstellt? Es ist daher sinnvoll, wenn die Expertise eines externen Beraters hinzugezogen wird, um die verschiedenen Szenarien zu evaluieren. Übrigens sieht der Gesetzgeber im Rahmen des KHZGs auch die Zuhilfenahme solcher Berater vor, damit Krankenhäuser die Fördermaßnahmen möglichst optimal ausschöpfen können. Daher sind auch die Kosten von Beratern förderungsfähig.

Welche Kriterien sollte ein Krankenhaus bei der Wahl einer Spracherkennungssoftware berücksichtigen?

Spracherkennung ist ein wichtiges Mittel, die digitale Reife voranzubringen. Damit die Mitarbeiter die Vorteile der Spracherkennung im Prozess der Dokumentation umfassend ausschöpfen können und diese auch annehmen, sollten die nachfolgenden Kriterien berücksichtigt werden.

  • Die Spracherkennungslösung muss vom ersten Gebrauch an funktionieren, ohne Initialtraining oder langes Anlernen über Texte aus digitalen Diktaten.
  • Ihre Funktionen sollten intuitiv anwendbar sein, um eine hohe Benutzerakzeptanz zu erreichen.
  • Sie muss sich einfach in bestehende Krankenhaussysteme und -prozesse integrieren lassen.
  • Sie sollte medizinische Terminologie verwenden und auch für allgemeinsprachliche Bestandteile leicht verwendbar sein, z.B. für E-Mail-Kommunikation.
  • Zugleich sollte sie leicht skalierbar und von geringer Wartungsintensität sein und das Personal in allen Arbeitsrealitäten, d.h. stationär und ambulant unterstützen.
  • Die Spracherkennungslösung muss leicht verwaltbar sein und über zeitgemäße Sicherheitsmerkmale verfügen.

Obwohl der Preis ein wichtiges Kriterium ist, sollte es nicht das Einzige sein. Bevor man sich auf eine Lösung festlegt, ist es ratsam die Referenzen eines Anbieters zu überprüfen. Welche Erfahrungen kann dieser bei vergleichbaren Krankenhäusen (cloud-basiert sowie on-premise) vorzeigen? Welche Erfolge wurden mit der Lösung von anderen Kliniken realisiert und wie steht es um deren Usability für den Anwender, insbesondere für die IT-Abteilung? Welchen laufenden Infrastrukturaufwand bedeutet diese Lösung?

Welches Vorgehen empfehlen Sie einem Krankenhaus, potenziellen Rückforderungsansprüchen des Bundesamts für Soziale Sicherung vorzubeugen?

In dieser Hinsicht sieht der Gesetzgeber vor, dass Kliniken die Fördergelder „zweckentsprechend“ verwenden bzw. dass sie ihre digitale Reife als Resultat der Inanspruchnahme dieser Fördergelder verbessern. Aus diesem Grund sieht das KHZG auch vor, dass sich ein Krankenhaus zu zwei Zeitpunkten einer digitalen Reifegradmessung unterzieht, die jeweils vor Projektstart und nach dessen Beendigung stattfindet. Auch hier empfiehlt es sich, die Dienste eines externen Beraters in Anspruch zu nehmen sowie den Anbieter der Spracherkennungssoftware vertraglich für ihren Projektanteil mit in die Pflicht nimmt, um am Erfolg der Fördermaßnahme mitzuwirken – etwas, was beispielsweise Nuance im Rahmen seines „Customer Success Services“ anbietet.


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Über Martin Eberhart

Martin Eberhart ist General Manager Healthcare von Nuance für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Herr Eberhart bringt mehr als fünfzehn Jahre Management-, Vertriebs- und Marketingerfahrung in einem internationalen Umfeld mit, unter anderem mit dem Technologieführer Philips und dem weltweit größten Gesundheits-IT-Verband HIMSS. In seinen bisherigen Positionen begleitete er aktiv Digitalisierungsprozesse im Gesundheitswesen in der USA und verschiedenen Europäischen Ländern.