In der Medizin werden Sie nicht dafür bezahlt, was Sie tun – sondern, was Sie dokumentieren


Der Wechsel von der angestellten Tätigkeit als Arzt an der Universitätsklinik in die Selbstständigkeit als Niedergelassener in eigener Praxis war für mich ein „Kulturschock“. Über Nacht war ich plötzlich für sämtliche Aspekte meiner ärztlichen Tätigkeit selbst verantwortlich, auch für die finanzielle Seite. Der monatliche Gehaltseingang war bis dahin eine Selbstverständlichkeit, über die ich mir keine großen Gedanken gemacht hatte. Die Höhe meines monatlichen Einkommens als angestellter Klinikarzt wurde im Wesentlichen durch die Anzahl der Überstunden und Dienste bestimmt. Es spielte aber keine Rolle, ob ich am Tag keine oder fünf Operationen durchgeführt hatte. Dies änderte sich nun schlagartig. Jetzt hing meine Existenz allein davon ab, alle meine ärztlichen Tätigkeiten möglichst genau, vollständig und korrekt zu dokumentieren und pünktlich abzurechnen. Erst die Selbstständigkeit hat mir klargemacht, was mir vorher so nicht bewusst war: in der Medizin wird man nicht dafür bezahlt, was man tut – sondern dafür, was man dokumentiert.

Dies gilt vor allem für Fachbereiche wie z. B. die Herzchirurgie oder Kardiologie, bei denen seit Jahren eine deutliche Zunahme komplexer Eingriffe zu verzeichnen ist. Einige dieser Eingriffe sind noch nicht im DRG-Katalog (DRG = Diagnosis Related Groups, diagnosebezogene Fallgruppen) enthalten, sondern müssen über Zusatzentgelte bzw. das Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode (NUB)-Verfahren abgerechnet werden. Die rasante Entwicklung gerade in der Kardiologie macht es aber schwer, immer auf dem neuesten Stand der aktuell gültigen Abrechnungsrichtlinien zu bleiben. Aktuelle Daten aus den USA zeigen, dass dort bei kardiologischen Interventionen ca. 160 USD pro Fall durch fehlerhafte Abrechnung verloren gehen. Mir sind keine Studien aus Deutschland bekannt, aber ich vermute, dass auch in Deutschland über die Vielzahl der Eingriffe ein erheblicher Betrag nicht abgerechnet wird.

Hier können KI-Lösungen einen wertvollen Beitrag leisten. Mit seinen sogenannten „Computer-assisted Physician Documentation (CAPD)“-Lösungen bietet Nuance Communications in den USA bereits intelligente Dokumentations- und Kodierungsunterstützungssysteme an, u. a. für den kardiovaskulären Bereich. Durch regelmäßige Updates sind diese immer auf dem aktuellen Stand, sowohl fachlich als auch bezüglich der Abrechnungsrichtlinien. In Kombination mit Dragon Medical One ermöglicht die kardiovaskuläre CAPD-Lösung interventionell tätigen Kardiologen, ihre zum Teil komplexen Eingriffe schnell, genau und vollständig zu dokumentieren und diese somit auch vollständig und korrekt abzurechnen.

Wir von Nuance Healthcare International arbeiten bereits intensiv daran, diese-KI basierten Lösungen auch für den europäischen bzw. deutschen Markt zugänglich zu machen. Dieser Blogpost ist ein kleiner Beitrag dazu und hat hoffentlich Ihr Interesse geweckt.

Herzliche kollegiale Grüße

-Dr. Michael Ullmann

P.S. Übrigens – der Text für diesen Blogpost wurde mit Dragon Medical One diktiert.


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Über Dr. Michael Ullmann

Dr. med. Michael Ullmann ist Chief Medical Information Officer International für den Geschäftsbereich Healthcare International von Nuance. Er repräsentiert Nuance als medizinischer Experte für KI-basierte Spracherkennung auf den internationalen Märkten und unterstützt Sales & Marketing, Professional Services, Product Management & Provider Solutions in allen Aspekten der Spracherkennung für den Gesundheitsmarkt, einschließlich der Märkte für Unternehmen und Verbraucher. Dr. Ullmann trat 2020 in das Unternehmen ein, nachdem er für Nuance bereits fünf Monate als externer Berater gearbeitet hatte. Vor seinem Eintritt bei Nuance war er als unabhängiger Unternehmensberater tätig, nach einer erfolgreichen Karriere mit Führungspositionen in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Innovation und klinischer Evidenzgenerierung bei Robert Bosch und Johnson & Johnson. Dr. Ullmann ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Sportmedizin mit Facharztreife Herzchirurgie. Von den 20 Jahren praktischer Tätigkeit im Gesundheitswesen verbrachte er 13 Jahre in verschiedenen Universitätskliniken und sieben Jahre in seiner eigenen Arztpraxis. Ende 2017 erwarb er einen MBA in Betriebswirtschaft für Ärztinnen und Ärzte mit Auszeichnung an der Fachhochschule Neu-Ulm.